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In eigener Sache & CDU meint: Machen wir’s mit den Schwuchteln so wie mit der Schweinegrippe!

(Anm. d. Autors: Dieser Eintrag wurde in Eile und innerem Sturm mit zitternden Fingern verfasst. Darunter hat höchstens der Stil und manche Rechtschreibung gelitten. Dieser Text ist selbstverständlich sehr subjektiv. Für die Inhalte stehe ich dennoch gerade. Links trage ich nach.)

Ich muss kurz bis zu ein paar Jahren ausholen:
Vor zwei Tagen las ich einen Artikel über zwei amerikanische Jungen, beide 11 Jahre alt, die kürzlich gestorben sind. Sie starben nicht durch einen Unfall. Beide haben sich umgebracht. Sie wollten nicht mehr leben, weil sie schwul waren. Und unter ihrem Umfeld zu leiden hatten.

Ich bin heute 26 Jahre alt. Geoutet habe ich mich mit 12. Damals war § 175 gerade ein Jahr aus dem Strafgesetzbuch entfernt, doch aus den Köpfen der Menschen, in deren Mitte ich aufwuchs (Ein kleines Dorf in Hessen, nebenan eine kleine Stadt), war er natürlich nicht gestrichen worden. Ich habe mich damals nicht geoutet, um meine sexuelle Orientierung ausleben zu können. Ich wollte nicht, nur mit einer Federboa bekleidet, nackt durch die Straßen ziehen und Lieder von Cher flöten. Ich wollte niemanden bekehren. Ich wollte keine schwulen Cafés aufsuchen und weder in eine Talk-, noch in eine Castingshow. (Und ich schwöre, dass ich das bis heute nicht will. Nichts davon.) Von all diesen Dingen hatte ich keine Ahnung. Ich wusste nicht einmal, dass es so etwas gab. Überhaupt irgendwo. Nur das Wort “schwul” kannte ich. Und seine Bedeutung. Ich habe mich geoutet, um niemanden belügen zu müssen. Weil ich nicht ändern kann, was ich bin. Aus keinem anderen Grund.
Zwischen 12 und 16 hatte ich daraufhin keine Freunde. Ich hatte niemanden. Ich wurde unzählige Male verprügelt. Und damit meine ich nicht Schläge auf die Arme, Tritte zwischen die Beine oder in die Magengrube. Sondern Schläge, die “halten” sollten. Tritte, die “sitzen” sollten. Kurz vor meinem dreizehnten Geburtstag wurde ich das erste Mal mit einem Messer, einem dunkelgrünen “Butterfly”, an dem die Farbe abblätterte, bedroht. Und geschnitten. An guten Tagen blieb es bei Schlägen und Tritten. An schlechten Tagen waren es Schläge mit Stöcken, Schlägern oder Büchern. (Biologie kann hart sein. Galgenhumor schützen.) Und Messerschnitte. Ich habe vier Jahre lang jede einzelne Schulpause auf der Jungentoilette verbracht. Wenn ich mich heute an meine Jugend zurückerinnere, fällt mir als erstes der beißende Gestank von Urin und Ammoniak wieder ein. Selbst mit vierzehn Jahren Abstand treibt er mir noch gelegentlich das Wasser in die Augen. An guten Tagen schlugen sie nur gegen die Kabinentür und ich konnte mich auf der Klobrille in Sicherheit bringen. An schlechten Tagen kletterten sie über die Trennwand oder unter ihr hindurch. Und nutzten die Möglichkeiten vor Ort. Ich wandte mich irgendwann an meinen Klassenlehrer, dann an den Vertrauenslehrer und zuletzt an den greisen Rektor meines Gymnasiums. “Wenn man sich für einen Weg entscheidet, dann muss man auch die Verantwortung dafür tragen, Junge!” Ich werde diesen Satz leider nie vergessen. Ich habe danach keinen Erwachsenen mehr um Hilfe gebeten. Mit 16 war ich 1,86m groß und so abgehärtet, dass ich manchmal zurückschlug. Nun. Ich hatte den Überraschungseffekt nicht sehr lange auf meiner Seite. Und Übung schon gar nicht. Also setzte sich das noch fort. Bis. Mit einer letzten Entladung von Gewalt, zugleich der schlimmsten, endete im April 1999, nach vier Jahren, die körperliche Gewalt gegen mich. Die Narben dieses letzten Übergriffs sind körperlich sichtbar und werden es immer bleiben. Das Ende der Schläge war jedoch nicht auch das Ende der verbalen Attacken. Ich bin davon überzeugt, während meiner Schulzeit häufiger “Schwuchtel” und “Tunte” gehört zu haben, als meinen richtigen Namen jemals. Diese verbalen Attacken trafen mich überall. Selbst in Gegenwart meiner Eltern kannte dieser Hass auf mich keine Zurückhaltung. Das war das Schwerste. Mich nie mit meinen damals noch geselligen Eltern irgendwo sehen zu lassen, um ihnen die Schande zu ersparen. Und um meine jüngeren Geschwister zu schützen.
Ich habe in diesen vier “akuten” Jahren genau drei Mal an Selbstmord gedacht. Nur aus Angst vor anderen Menschen. Und aus Angst vor dem, was sie mit ihren Mündern und Messern noch mehr zerschneiden könnten und wahrscheinlich würden. Dabei lachend. Sich gegenseitig anfeuernd. Angst essen wirklich Seele auf. Ich habe daran gedacht. Nicht nur mal kurz die falsche, letzte Flucht in Gedanken gestreift. Und es ist nicht schön, doch es ist ehrlich. Wenn ich sage, dass ich heute nicht mehr weiß, wie ich danach weitergemacht habe. Ich weiß es nicht. Und eigentlich will ich es auch gar nicht wissen, denn dafür müsste ich tiefer und länger zurück. Als ich für die Zeilen bis hier gegangen bin. Manche Orte möchte man einfach nicht noch einmal besuchen. Und damit meine ich nicht Orte wie den alten Kohle-Keller von Opa, wo das sumpffarbene Ding zwischen den Stufen die nassen Krallen bereit hält. Ich meine wirklich böse Orte. Orte, wie die Hälfte meiner Jugend einer ist. Ich musste einige hundert Kilometer und Jahre weit wegziehen, um ihn nicht mehr am Horizont zu sehen.
Aber hier will ich aufhören. Denn was ich dazu schreiben wollte. Das ist jetzt geschrieben.

Wiederholung vom Anfang:
Vor zwei Tagen las ich einen Artikel über zwei amerikanische Jungen, beide 11 Jahre alt, die kürzlich gestorben sind. Sie starben nicht durch einen Unfall. Beide haben sich umgebracht. Sie wollten nicht mehr leben, weil sie schwul waren. Und unter ihrem Umfeld zu leiden hatten.
Und bis vor ein paar Stunden hätte ich die Augen aufgerissen (und das habe ich auch, als ich den Artikel las) und mir ergriffen gewünscht, dass ich diesen Jungen hätte sagen können, dass es besser wird. Es ihnen versprechen. (Update 17.05.2011 Berührend, wie manchmal Tragödien doch einen Wandel bewirken. Zwei Jahre später ist das It Gets Better-Project fast jedem bekannt!) Ihnen sagen können, dass sie am Ende doch in einer guten Welt leben. Einer Welt, in der nur ein paar Schrauben sich manchmal nicht optimal drehen. In der Schlimmes geschieht, aber auch Schlimmes vergeht. In der sie nicht allein sind. Einer Welt, in der sich die Dinge zwar langsam, aber ständig, verbessern. Ich hätte lügen müssen. Ich weiß: In vielen Ländern steht Homosexualität noch immer unter Strafe. Nicht selten sogar unter Todesstrafe. Und wer die Situation in Deutschland, die schöner scheint als sie ist, für auch nur annähernd akzeptabel oder gar tolerant hält, der sieht nicht richtig hin. (*)
Ich weiß es besser. Aber wider besseren Wissens habe ich es dennoch, zum Glück, viele Jahre wenigstens glauben können. Und das hat mich vor dem Wissen geschützt, wie Glaube das eben gut kann (…). DOCH. Vor ein paar Stunden. Etwa eine atemlose, herzrasende Stunde bevor ich beschloss, diesen Eintrag hier zu verfassen und zu veröffentlichen. Vor diesen paar Stunden ist eine Veröffentlichung im Forum der offiziellen Internetpräsenz der CDU in mich eingeschlagen. Und was in diesem Text steht, erfüllt mich mit mehr Angst, als ich sie jemals hatte. Jahre nach meinem Albtraum von einer Jugend auf dem Land hat es die derzeit stärkste Partei in Deutschland geschafft, meine beinahe schon halb vergessene Angst vor dem, was Menschen bereit sind zu tun, nicht nur auszugraben. Sondern noch zu steigern. Nicht durch Androhung von Gewalt. Sondern allein durch die gut gemeinte “Vision” einer “Welt ohne Homosexualität”. Denn, laut diesem Text, kann “Die Homosexualität als gesamtgesellschaftliches Problem” nun “bald eingedämmt werden.”
Den Text von Jochen Trebmann findet man in seiner ganzen Unerträglichkeit hier.
(Update: Nun ist der Eintrag doch noch aus dem Forum verschwunden. Der Link ist tot, es lebe der Link! Bei some about funkelt ein Screenshot des gesamten Textes. Und bei r0ssi gibt es Rückpost.)
(Update 17.05.2011: Die Links sind tot. Den Forenbeitrag als Screenshot gibt es hier. Danke an @Notbetrieb!)

Frage:
Kann man nachvollziehen, dass eine Geisteshaltung, die (freudig) verkündet, Homosexualität nun vielleicht “eindämmen” zu können, mehr ängstigt als verbaler Hass, Schläge und Stiche?

Noch diese Stunden später fehlen mir die passenden Worte, um diesen Schrecken angemessen ist Worte zu binden. Eine zutiefst demütigende, hirnlose, hetzerische und vor Allem falsche Darstellung von Homosexualität!
Ich bin kein Freund von Protest-Aufrufen und BILD-Populismus. Und ich habe dieses Blog bisher nie als Plattform zur Verbreitung politischer Ansichten genutzt. Aber ich bitte die Leser und Leserinnen dieses Blogs hiermit inständig, sich gründlich zu überlegen, ob sie eine Partei mit ihrer Stimme (gerade auch bei der Bundestagswahl im Herbst diesen Jahres) unterstützen wollen, die eine gesellschaftliche Minderheit eindämmen würde wie z.B. die gerade aktuelle Schweinegrippe versucht wird einzudämmen. Auch, wenn diese Darstellung sicher (hoffentlich!) nicht der offiziellen Meinung der CDU entspricht, sollte diese Veröffentlichung doch mindestens die Frage aufwerfen, was für Nattern sich mit den Zielen der Christlich Demokratischen Union offensichtlich identifizieren können. Und inwiefern das Rückschlüsse auf die Partei und ihr Programm an sich zulässt.

(* Bei The Gay Dissenter (Update: Steven Milverton und bisexualitaet.org) wird die Situation von (nicht nur) Homosexuellen in dieser Welt, in der wir wenigstens besser glauben können, als wir es besser wissen, täglich großartig protokolliert und reflektiert.)

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56 Gedanken zu “In eigener Sache & CDU meint: Machen wir’s mit den Schwuchteln so wie mit der Schweinegrippe!

  1. …ist der erste Text den ich von dir lese. Ein ziemlich krasser Einstieg, schätze ich.
    Ich lebe in Hamburg, wo die CDU sehr moderat ist im Gegensatz zu überall sonst – zum Glück wie ich feststelle, wenn ich diese Unverschämtheiten lesen muss. Fassungslos ich bin.
    Danke, dass du so ehrlich über dich sprichst und so. Ich wünschte, ein paar Dorf-CDUler oder ähnliche würden das lesen – bleibt wohl ein Wunsch. Gruß

  2. das ist ja wohl mal das uebelste überhaupt – nich nur der scheiss der dir passiert ist, sondern die oeffentlich hetze, umerziehungsmethoden von homosexuellen. habe den artikel gelesen, der sich auf der cduseite befand. direkt den leuten eine nachricht geschrieben – nun ist der artikel leider weg, vielleicht hat jemand einen screenshot davon?
    damit auch andere diesen schund noch lesen koennen.
    und ich denke nicht, dass ich nicht zu weit gegangen bin als ich den artikel gemeldet habe und zwar mit dem verweis auf die methoden im dritten reich.

  3. @Steven:
    Danke für den Link! “Foren-Furunkel” ist mein Wort des Tages!

    @tnl84:
    Ja. Die Umsetzung einer solchen Geisteshaltung würde tatsächlich in Nähe zu den Methoden der NS-Zeit zelten. Es ist beschämend.

  4. ich bin sprachlos. Vor Wut. Danke für diesen schrecklichen Einblick in Deine Jugend. Ich fürchte, dem Großteil der Menschen sind die Konsequenzen ihres Handelns nicht bewusst. Umso schlimmer wäre jedoch das Gegenteil.
    Die Hoffnung auf Besserung der Umstände stirbt zuletzt.

  5. willkommen im 21. jahrhundert… unglaublich, dass sich solche meinungen im forum einer volkspartei entladen dürfen. einerseits gut, dass sie den beitrag rausgenommen haben, andererseits schlimm, dass er überhaupt geschrieben wurde.
    bezüglich deiner frage: man kann’s nachvollziehen, auch als heterosexueller

  6. hm. dem noch was hinzufügen kann ich gar nicht, ausser: danke für deine ehrlichkeit und offenheit.

    hier in der stahlstadt linz war ja vor kurzem noch die diskussion ob einer weihbischof werden soll der unter anderem homosexualität als heilbar und therapierbar darstellt. sein bischof (der kleptomanie mit homosexualität vergleicht und deshalb schwule nicht priester werden lassen will) hat ihn dann doch nicht geweiht.

    ich glaube eine chance die wir haben ist mit mut und offenheit immer wieder laut und deutlich stopp zu sagen…und nicht darauf zu vergessen genau hinzuhören was rund um uns passiert.

    danke :) )

  7. Man muss wirklich immer sofort einen Screenshot machen, wenn man sowas sieht. Wie wär’s mit einer Entschuldigug statt einem “Seite nicht gefunden”? Grrrrr.

  8. Pingback: * nur in meinem kopf * » Blog Archive » Sprachlos

  9. Pingback: CDU sieht schwule Menschen als gesamtgesellschaftliches Problem « Steven Milverton

  10. Pingback: blog.unkreativ.net » Die Peinlichkeiten der CDU

  11. Pingback: MithrasX’ Blog » Wahlgedanken zur CDU

  12. Ich habe das hier irgendwie den ganzen Tag mit mir rumgeschleppt, erschreckt und traurig über diese Hölle, die Mitmenschen einem antun können.

    Wenn man selber “gleichgültig” gegenüber Homosexualität eingestellt ist, vergisst man so schnell, in welcher Welt manche Menschen noch leben.

  13. Solange bei homosexuellen Menschen vom “ComingOut” gesprochen wird, wenn diese ihre sexuelle Ausrichtung offen kund tun, wird keine Gleichberechtigung erreicht werden können. Ich habe noch nie einen heterosexuellen Menschen sagen hören “Ich hatte mein Coming-Out mit 12″ oder “Ja, ich stehe auf Frauen”. Das Coming-Out, welches als quasi selbstbefreiende Maßnahme von Homosexuellen in Anspruch genommen wird, ist doch nichts weiter als ein konservatives Label, um Homosexuelle in Zeiten gesellschaftlichen Wandels weiterhin brandmarken, erniedrigen und diskriminieren zu können.

    P.S.: Netter Blog.

  14. Pingback: Homophobe sind Psychopathen « Metalust & Subdiskurse Reloaded

  15. Beim Warten darauf, dass die Wartungsarbeiten bei H&M ein Ende haben und ich endlich die Onlineshopping-Beute heimtragen kann, habe ich eigentlich nur rumgestöbert – und dann das.
    Und doch spiegelt es leider das, was ich jeden Tag in der Schule erlebe. “Schwul” ist schon bei den Kleinen die denkbar schlimmste Beleidigung (da sie “Männlichkeit” und “Coolness” oder das, was sie dafür halten, abspricht), bei den Oberstufenschülern begegnen mir dann Aussagen wie “Werther (genau, der von Goethe) ist voll die Schwuchtel!”; und das alles, ohne auch nur den Anflug einer Idee einer Ahnung davon zu haben, was sie eigentlich sagen. Auf penetrantes Nachfragen meinerseits kommen dann Antworten von “Schwule tragen Nietenunterhosen (?!?)” bis “Ja, der ist halt so emo.”…
    Ich kenne keinen Schüler, der sich geoutet hat, und kann es auch nachempfinden – bei der gesellschaftlichen Reaktion?!
    Ich bin wirklich nicht verklärt oder naiv, aber, was die Liebe angeht, ja, da halte ich es doch mit Zarah Leander (“Kann denn Liebe Sünde sein?”).
    Es muss sich noch (eigentlich ja wieder) viel tun.

  16. Pingback: Seminarbesprechung « Auf und Davon.

  17. @ nachtlager

    heten werden auch nicht verprügelt wenn sie sich in der öffetnlichkeit küssen . . . schwule schon . .

    gezeichnet alivenkickn – hete

  18. Ich bin auch sprachlos. Darüber, was dir während deiner Schulzeit angetan wurde, darüber, dass es immer noch Menschen gibt, die nicht daran zweifeln, dass Homosexualität eine Krankheit ist. Dass sich Ärzte, Wissenschaftler, Christen und wer noch alles tatsächlich dafür hergeben “Forschungen” in dieser Richtung zu betreiben.

    Full of shit, diese Leute. Erschreckend.

  19. Pingback: CDU-Forum klärt auf: Homosexualität gesellschaftliches Problem, aber heilbar « ..:: think outside your box ::..

  20. Pingback: the invisible front · Für alle die es verpasst haben

  21. Wow, jetzt ist mir wirklich übel. Es tut mir so wahnsinnig leid, was dir in deiner Jugend angetan wurde. Und der Beitrag im CDU-Forum ist so furchtbar, dass ich gar nicht weiß, was ich sagen soll.

  22. Möchte mich einfach solidarisch zeigen und nothingelse89 anschließen.
    Vor gut zwei Wochen sind mir ähnliche intellektuelle Luftblasen seitens eines guten Bekannten im vollen Ernst vorgetragen worden. Ich mußte mich ihm gegenüber “leider” als praktizierender Heterosexueller bekennen.
    O-Ton dieses Bekannten:”Nach katholischen Kirchenrecht ist das einfach nicht richtig!” Trotz meiner Versuche ihm zu erklären, dass das dritte Jahrtausend angebrochen sei, wird´s nichts gefruchtet haben, denn “sie dürfen ja schwul sein, aber doch nicht öffentlich”. Wahrscheinlich darf man dann bei solchen Personen auch jüdisch, moslemisch, lesbisch, und “ein Neger” sein, wenn´s nicht öffentlich ist. Passt aber am besten solchen Menschen, immer schön alles heimlich und am Sonntag wird gebeichtet.
    Bonifatius

  23. Geschockt bin ich auch, allerdings nicht annähernd positiv.
    Erschreckend viele Leute scheinen einfach den Knall nicht gehört zu haben! So ein Verhalten an den Tag zu legen, egal wem gegenüber, ist einfach nur krank.

    Wenn ich mir diesen Beitrag so durchlese … und über Aussagen nachdenke, die auch in meinem Bekanntenkreis regelmäßig fallen – ich bin zwar hetero und deshalb nicht wirklich betroffen, trotzdem bringt mich so viel Intoleranz jedes mal wieder zur Weißglut -, finde ich es wirklich bewundernswert, dass man(n) – und natürlich auch frau! – in der heutigen Zeit überhaupt noch den Mut aufbringt, sich zu outen und zu seiner Sexualität zu stehen …

    Meine Hochachtung. Ernsthaft.

  24. Ich finde diesen Argumentationsansatz von einem Wähler der CDU auf die ganze Partei zu schließen, dann doch sehr abenteuerlich. Dadurch, daß er mit “CDU meint:” überschrieben ist, ist der Artikel dann leider nur noch unglaubwürdig.

  25. Wie hinreissend idiotisch und humorlos muss man sein um nicht erkennen zu koenen, dass “Jochen Trebmann” pure Satire ist.

  26. “Wie hinreissend idiotisch und humorlos muss man sein um nicht erkennen zu koenen, dass “Jochen Trebmann” pure Satire ist.”
    Und wie hinreissend idiotisch muss man sein, um einem Mann, der jahrelang unter seiner sexuellen Ausrichtung gelitten hat und nun sowas bei der momentan populärsten deutschen Partei im Forum entdecken musste, Humorlosigkeit vorzuwerfen.

  27. habe by digiom.wordpress dank @Steven’s Link siehe oben, schon etwas viel geantwortet.

    Auf die Frage:
    natürlich ist dieser subtile Angriff von oben (vom Staat/Arzt/Verwaltungswissenschaftler) die härtere Bestrafung fürs anders sein als die Mehrheit.

    Die wollen bestimmt auch diese fragwürdig-teil-legalisierte Prostitution wieder verbieten – weil man in einer Welt mit vielen Verboten/natürlichen (Staats)Grenzen/Gefahren mehr Geld machen kann.

    Guten Tag.

  28. du bist unglaublich mutig. Wie du diese Kindheit ertragen konntest! Schon die Lekture, in den 80er Jahren in England, von “The Naked Civil Servant” hat mich unglaublich beeindruckt. Ich dachte, das ist heute Geschichte. Es haut mich immer wieder um, wie niederträchtig Menschen sein können, und wie dicht unter der liberalen Oberfläche die Kacke am Dampfen ist. Ich wünsche dir ein glückliches und unversehrtes Leben.

  29. gerade beim stöbern entdeckt…

    macht traurig und wütend.
    ich hab mich neulich gefragt, woher mein misstrauen gegenüber anderen leuten gibt, wenn es darum geht offen mit meiner eigenen sexualität umzugehen… jetzt weiss ich es wieder… :(

  30. Pingback: CDU sieht schwule Menschen als gesamtgesellschaftliches Problem | Steven Milverton

  31. Pingback: International Day Against Homophobia and Transphobia « Mythopoeia 2.0

  32. Ich habe gerade über Twitter diesen Blogeintrag gefunden und weiß gar nicht, was ich sagen soll… Ich will mich aber einfach mal irgendwie bemerkbar machen und dir virtuell auf die Schulter klopfen!
    Dieser Eintrag hat mich wahnsinnig berührt, macht mich traurig und gleichzeitig so verdammt wütend!
    Ich bin selbst bisexuell, hatte allerdings nicht ansatzweise solche Probleme bei meinem Coming-Out wie Du. Großen Respekt an Dich dafür, dass du diese schwere Zeit überstanden hast.
    Um auf die eigentliche Intention zurückzukommen: Ich werde diesen Beitrag weiterverbreiten so gut es geht und persönlich dafür sorgen, dass sich zumindest mein Freundes- und Bekanntenkreis sehr genau überlegt, welche Partei im Herbst das Kreuz auf dem Wahlzettel bekommt.

    Lilly

  33. Selbst wenn der im CDU-Forum veröffentlichte Text satirisch gemeint gewesen sein sollte (ich zweifle daran) – die genannten Wissenschaftler und deren “Forschungsergebnisse” sind es nicht. Die glauben das wirklich.

    Ich weiß gerade nicht, ob ich lieber kotzen oder weinen möchte.

    Danke dir jedenfalls für diesen Beitrag!

  34. Sehr guter Artikel,aber kannst du das bitte einmal erklären: “Und damit meine ich nicht Orte wie den alten Kohle-Keller von Opa, wo das sumpffarbene Ding zwischen den Stufen die nassen Krallen bereit hält”

  35. vielen dank für diesen text. die ehrlichkeit. und das aufmerksam machen.
    es braucht so dringend menschen wie dich, damit sich die welt ändern, bessern kann.

  36. Pingback: die ennomane » Blog Archive » Tag der Homophobie

  37. Das positive zuerst: Es gibt noch immer genug Menschen, die mit Abscheu diese immer offensiver propagierte Rückkehr in ein von asketischem Arbeitseifer, materieller Bescheid und vor allem: Prüderie geprägtes Gesellschaftsbild sehen und dagegen ankämpfen.

    Nun die schlechte: Falls wir – damit meine ich diese oben genannten Menschen – nicht stark bleiben und notfalls auch drastischer für das Ende dieser permanenten Versuche einer kirchlich-feudalen Restauration eintreten, sieht es ganz, ganz übel aus. Ich persönlich habe auch wenig Hoffnung, aber das heißt nicht viel, da ich wohl hinreichend als dystopischer Realpessimist bekannt bin.

    Da eh niemand alles läse, was mir hierzu noch zu schreiben einfiele (und ich außerdem sowieso permanent von mir gebe), laß’ ich es mal dabei. DBNA.

    Ach ja, dies noch: Es ist völlig irrelevant, ob es sich dabei um einen “Scherz” oder Provokation gehandelt hat oder eben nicht (und womöglich nun eilig zurückgerudert wird): Diskriminierende Aussagen sind nämlich längst wieder in Mode (auch wenn sie meiner Meinung nach am liebsten von denen verwendet werden, die selbst gerne mal einen drin hätten, aber lassen wir das).

    Schönen Abend.

  38. Es ist wirklich traurig, wenn man bedenkt was heutzutage möglich ist und dann sehen muss, was immer noch unmöglich ist.

    Vielleicht sind Engstirnigkeit und Verblendung ja “therapeutisch heilbar”. Ich kann es manchen Menschen (nicht nur von der CDU) nur wünschen.

  39. ob die CDU das selbst glaubt oder nicht glaubt ist ja die eine sache. aber es wird extrem viele menschen geben die das glauben und da muss ich mich dann schon fragen was das für eine art von Politik ist die hier betrieben wird. Als ob schwul sein eine Krankheit wäre. dann ist meine braune Haarfarbe auch bald heilbar? WTF?!

    (ich bin mal so frei und mache hier noch einen alternativ-link zu dem Screenshot http://cdn.tsia.de/CDU_schwul.png)

  40. Ich bin Anfang 20. Ich bin also auf die Welt gekommen, wie grad die Mauer gefallen ist. Wenn man in dieser Generation aufwächst und dann so hört wie es damals war, denkt man immer man ist genau dann zur Welt gekommen, wie die Welt angefangen hat ihr Hirn zu benutzen.
    Aber man muss dann solche Texte wie diesen hier lesen, um sich bewusst zu werden, dass dem nicht so war (und damit auch sicher noch nicht ist). Weil das ist alles noch nicht lang her. Und darum fehlt mir auch ein Adjektiv das zu beschreiben. Aber am treffendsten wird wohl der Wiener Spruch “Heast, hat’s es olle wo o’grennt?!” sein.

  41. Jetzt ist mir schlecht.
    Danke für diesen unglaublich wichtigen Artikel. Für den Link.
    Ich bewundere deinen Mut, dein Durchhaltevermögen, deine Stärke und deine Kraft. Du bist ein Vorbild – auch wenn ich wünschte, du hättest das Leid, das man dir in deiner Jugend zugefügt hat, niemals durchmachen müssen.

  42. Pingback: Ich möchte in einer Welt leben, die nur eine Utopie kennt. | Aus der Sockenschublade

  43. Mir fehlen die Worte…..
    Ich hatte Dich bei formspring gefragt, welche negativen Reaktionen es auf Dein Outing gab, aber so etwas hätte ich wirklich nicht erwartet. Was gibt es nur für schreckliche Menschen….

  44. Pingback: CDU-Forum klärt auf: Homosexualität gesellschaftliches Problem, aber heilbar | thinkoutsideyourbox.net

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